Das neu erschienene Herausgeberwerk „Transition to the World of Work“ ist im Rahmen des Comenius 3 Netzwerks „School and Business - Making Transition Work“ erschienen. Hintergrund des präsentierten Projekts war die zunehmende Bedeutung und Komplexität der Gestaltung von Übergängen von der Schule zum Beruf. Ziel war es, unter Einbindung von 14 Staaten (davon zehn europäischen) Schlüsselfragen und Kernelemente von Entwicklungen an Schnittstellen und Übergängen zwischen Schule und Beruf zu definieren.
Bildungs- und Berufsberatung in unseren Nachbarländern Tschechische und Slowakische Republik - ein Überblick und Vergleich mit Österreich.
Die österreichische Bildungspolitik hat Jahrzehnte lang großen Nachdruck darauf gelegt, möglichst allen Jugendlichen eine qualifizierte erste Ausbildung anzubieten. Das Angebot beruflicher Vorbildung und beruflicher Erstausbildung ist vielfältig und effizient. Dem entsprechend günstig fallen die Resultate im europäischen Vergleich aus: Der Anteil frühzeitiger Schulabgänger liegt unter dem EU-Mittel, ebenso der Anteil erwerbsloser Jugendlicher (5,6 Prozent zu 8,3 Prozent), während die Ausbildungsquote der 20- bis 24-Jährigen mit über 86 Prozent deutlich über dem EU-Mittel liegt (76,7 Prozent).
Für die Zukunft ergeben sich aber weitreichend veränderte Anforderungen an Aus- und Weiterbildung, die insbesondere mit den höheren Basisqualifikationsanforderungen an Pflichtschulbildung und soziale Kompetenzen der Informationsgesellschaft, voraussichtliche Alterung der Erwerbsbevölkerung und anhaltender Zuwanderung zusammen hängen. Solide Grundbildung der Jugendlichen und breite Teilnahme an Erwachsenenbildung steigen zu Schlüsselvariablen der Wettbewerbsfähigkeit im Informationszeitalter auf – sei es für den Einzelnen, die Unternehmen oder die Volkswirtschaften.
Dabei kommt der Unternehmensgründung und -übernahme durch Akademiker besondere Bedeutung zu.
Bildungspolitik hat Konjunktur in Österreich. Reforminitiativen der Bundesregierung verbinden sich mit Erkenntnissen und Schlussfolgerungen aus nationalen wie internationalen Vergleichstudien. Die Ergebnisse der Zukunftskommission werden breit diskutiert, das mediale Interesse ist groß. Es ist eine Bereitschaft zu einem tiefgreifenden Wandel zur Erneuerung zu erkennen. Die neue Politik zeigt eine Öffnung an. Das gibt Chancen für Entwicklung. Peter Senge (1999) als Begründer der lernenden Organisation würde wohl von einem „Dance of Change“ sprechen.
Insgesamt ergeben sich auf Grund dieser Orientierung an unmittelbarer Erwerbsfähigkeit ca. 260 Lehrberufe. Dem Bedarf in der Wirtschaft entsprechend fallen die Besetzungszahlen naturgemäß sehr unterschiedlich aus. Auf die 50 häufigsten Lehrberufe bzw. Lehrberufskombinationen (Doppellehren) entfallen Ende 2004 84 Prozent der Lehrverhältnisse.